Wie lange braucht gutes Webdesign? Teil 2

Im ersten Teil von „Wie lange braucht gutes Webdesign“ bin ich ja bereits auf ein paar Aspekte eingegangen, die vor allem dazu dienen, meinen Kunden zu verdeutlichen, dass ein gutes Webdesign eben nicht über Nacht entsteht und auch weit mehr Arbeit dahintersteckt als ein paar Kästchen umfärben.

In diesem Teil soll es nun um ein paar Aspekte gehen, die man bei der Berechnung des Zeitaufwands für ein Webdesign in Photoshop schnell mal vergisst oder bei der Kalkulation nicht berücksichtigt, die aber durchaus den Zeitplan strecken können.

Vereinheitlichung des Designs

Ob es sich bei dem Design um ein einspaltiges, zweispaltiges oder gar dreispaltiges Webdesign handelt, hängt vor allen Dingen davon ab, welche und wieviele Informationen auf den einzelnen Seiten untergebracht werden müssen.

Wenn ich mich an ein Webdesign setze, versuche ich immer die Seiten mit dem wenigsten und mit dem meisten Inhalten gegenüber zu stellen um zu schauen, welche Gemeinsamkeiten bestehen und wie sich diese innerhalb eines Designs am Besten darstellen lassen.

Abgesehen von einer eventuellen, individuellen Startseite setze ich stets darauf, dass auf den Unterseiten eine einheitliche Struktur vorhanden ist. Der schlimmste Fehler, der mir bei der späteren Umsetzung eines Designs passieren könnte, wären Seiten, auf denen mir hier als Webdesigner die Informationen ausgegangen sind.

Hier liegt ganz klar der Vorteil von fertigen Texten auf der Hand, mit denen man von Anfang an hantieren und ausprobieren kann.

Erweiterbarkeit

In vielen Fällen habe ich erlebt, dass das (Re)-Design einer Website nicht das Ende, sondern eher der Anfang von weitreichenden Veränderungen der Unternehmensdarstellung war. Deswegen sollte jedes Design, ohne größere Probleme erweiterbar sein.

Gerade für horizontale Navigationen, die sich meistens nur selten und schwer erweitern lassen, sollte man eine Lösung parat haben,  gesetz dem Fall, dass 1-2 Menüpunkte dazu kommen/ausgetauscht werden.

Natürlich hat auch jede Erweiterbarkeit seine Grenzen, z.B. wenn aus 3 Geschäftsfeldern aus je 3 Spalten ein paar Jahre später nun 4 Geschäftsfelder werden sollen.

Usability

Wenn es um die Gestaltung eines Screendesigns geht, sollte man auch immer die Benutzerfreundlichkeit im Hinterkopf behalten. Bei sehr komplexen Seiten empfehle ich bereits zu Beginn an unterstützende Navigationen wie Breadcrumbs oder eine separate Subnavigation zu denken und dementsprechend Platz für diese Elemente zu lassen.

Abgesehen von der richtigen Schrift (Größe, Farbe, Zeilenabstand usw.) spielt auch die richtige Textformatierung (Wörter pro Zeile, Zeilen pro Absatz) eine wichtige Rolle für die Benutzerfreundlichkeit von Texten.

Ich habe es oft genug bei mir selbst erlebt, dass ich mich beim Design schon soweit „verausgabt“ habe, dass für die vernünftige Formatierung von Texten zu wenig Zeit blieb. Dabei ist es auch bei der Gestaltung schon wichtig, den Texten den nötigen Platz zu lassen, Stichwort Whitespace.

Das richtige Verhältnis von Text zu Freiraum kann ein Design maßgeblich beeinflussen, deswegen sollte man sich den Texten rechtzeitig genug zuwenden, um beim fast fertigen Design keine Kompromisse eingehen zu müssen.

Schlusswort

Sicherlich müssen weitere Aspekte, z.B. bezüglich Bildschirmgrößen und -auflösungen berücksichtigt werden. Ich habe mich in diesem Teil vor Allem den Anforderungen gewidmet, die bei jedem Design erneut an mich als Webdesigner gestellt werden und die man im Gegensatz zur Auflösung nicht für nahezu alle Designs pauschalisieren kann.

Fallen euch noch weitere Aspekte ein, die man bei der Gestaltung eines Webdesigns in Photoshop auf jeden Fall berücksichtigen sollte? Dann postet diese doch in den Kommentaren.

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