iPhone 3GS mit Nike+ im Test

Vor wenigen Tagen habe ich für mich die Laufsaison für 2010 eröffnet. Zugegeben, es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, nachdem ich im April bereits ein paar Läufe hinter mich gebracht habe. Aber diesmal will ich mir zumindest ein wenig mehr Mühe geben, meine vorgesetzten Ziele zu erreichen und vielleicht dieses Jahr beim Kiellauf mitzulaufen.

Dabei helfen die Motivation zu behalten soll mir mittlerweile seit fast einem Jahr und über 160 gelaufenen Kilometern das iPhone 3GS in Verbindung mit dem Nike+ Chip.

Was ist Nike+?

2006 veröffentlichen Apple und Nike ein Produkt-Mashup, welches sich speziell an die Läufer der beiden Firmen richten sollte. Das Produkt Nike+ ist ein Zusammenspiel aus den zu der Zeit gängigen Ipods und einem Nike+ Chip, der per Bewegungssensor die aktuell zurückgelegte Strecke (Schrittzähler) ermitteln und drahtlos zum iPod übertragen soll. Mit Veröffentlichung des iPhone 3GS war es zum ersten Mal möglich, ohne Hardware-Dongle am iPod/iPhone die Daten des Nike+ Sensors zu empfangen.

Erfahrungen mit dem Nike+ Sensor
Seitdem beim iPhone 3GS der Konnektor nicht mehr benötigt wird, ist es wirklich kinderleicht geworden, mit Nike+ seine Läufe aufzuzeichnen. Einfach den Sensor in den Schuh einsetzen, oder wie bei mir am Schuh befestigen, Nike+ App starten und schon kann es losgehen.  Für die musikalische Unterstützung lassen sich vorab Playlisten anlegen, man wählt die aktuelle Wiedergabe des iPods oder läuft ganz ohne Musik. Da mir die Stimme, die mir die Zwischenstände meines Laufes vorliest irgendwann auf die Nerven ging, habe ich sie kurzerhand ausgestellt und lese solche Infos wie gelaufene Kilometer, verbrannte Kalorien und Zeit direkt auf dem Display ab. Hat man sowohl die Sprecher als auch die Musik ausgeschaltet, sollte man ab und zu mal einen Blick auf das Display werfen, denn es kann gut sein, dass nach einer kurzen Stehpause, die Verbindung zum Nike+ Sensor beim Weiterlaufen nicht mehr erkannt wird. In einem solchen Fall hält der Zähler an, was man sonst durch die Sprecherin gesagt bekommt oder dadurch merkt, dass die Musik pausiert, was mitunter sehr ärgerlich ist, wenn man nach dem Lauf sieht, dass der Zähler nach nur 10 Minuten stillstand.

Andere iPhone Apps zur Streckenmessung:

Nach dem Lauf gibt es noch eine kurze Zusammenfassung (Strecke, Zeit, Tempo und Kalorien) und das wars dann erstmal mit Infos auf dem iPhone, der Rest spielt sich nämlich nun online in der Nike+ Community ab. Nach dem Anschließen an den Rechner werden die Laufdaten an die Nike+ Seite gesendet und man die Möglichkeit in der Comunity noch weitere Daten einzusehen. Durch die Einsicht seiner Trainingsdaten, aber auch durch die Möglichkeit an Wettbewerben (unverbindlich) teilzunehmen hat Nike einen guten Weg gefunden, mich und andere Lauffreunde dauerhaft zu motivieren. Mit der Möglichkeit sich eigene Ziele zu setzen oder eigene Wettbewerbe zu gründen wie Welche Stadt Deutschlands schafft es in 365 Tagen die Meisten Kilometer zu laufen wird der Wettkampfgeist auf wunderbar einfache Weise geweckt (Kiel ist leider nur auf Platz 35, aber wir arbeiten dran ;-) ) Gleichzeitig werden hier auch die Nike-Laufprodukte auf der Website beworben, was sicherlich keine schlechte Idee ist, da meine Schuhe wohl so langsam in die Tonne gehören und ein neues Paar her muss.

Kritik und Verbesserungswünsche

Auch wenn die Zusammenarbeit von Apple und Nike und das daraus resultierende Produktmashup Nike+ lange Zeit als einzige Lösung galt um Musik und Datenaufzeichnung vernünftig unter einen Hut zu bekommen, so haben sich mit dem iPhone 3GS die Möglichkeiten seine Läufe aufzuzeichnen um einiges vervielfältigt. Heute gibt es jede Menge Apps, die statt dem Schrittzähler auf ein GPS-Tracking setzen und somit (noch genauer) die zurückgelegte Strecke messen. Abgesehen vielleicht vom Fitnessstudio-Läufer auf dem Laufband ist so ohne weiteres Zubehör eine Streckenmessung möglich. Sogar der Verlauf der Strecke und die Eintragung von Lieblingslaufstrecken ist somit möglich, sofern der GPS-Empfang gut genug ist.

Das hier etwas passieren muss hat Nike wohl auch verstanden, denn für Juni ist ein Herzfrequenzsensor geplant. Hier bleibt zu hoffen, dass Nike auch softwaretechnisch etwas tut. Angefangen mit der App, die den heutigen Ansprüchen bezüglich Social Media einfach nicht gerecht wird. So wäre es beispielsweise denkbar, die Trainingsergebnisse direkt nach dem Lauf und ohne Anschluss an den PC per WIFI oder UMTS an Nike zu übertragen. Aber auch den restlichen Teil der Community könnte man auf dem iPhone abbilden (würde man auf Flash verzichten). Läufer die ebenfalls gerade unterwegs sind, könnten als online angezeigt werden, Statusnachrichten an Facebook und Twitter würden dann unmittelbar nach dem Lauf erscheinen, und Wettbewerbe könnten den Läufer noch besser anspornen, ein paar Kilometer mehr abzureißen. Pushnachrichten, Streckentipps und der Personal-Trainer, all dies könnte direkt auf dem Display des iPhones abgebildet werden und würde wahrscheinlich dafür sorgen, dass die Community von Nike+ weiter an Fahrt zunimmt.

Ich bin gespannt, wie sich NIKE+ in Zukunft weiterentwickeln wird. Vielleicht erlebt das einstig gefeierte Produktmashup aus Sport und Unterhaltung in der nächsten Version ein fulminantes Comeback.

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Ein Kommentar

  1. RunningWilli schrieb am 6. Juni 2010 um 16:02 Uhr

    Danke für deinen Linktipp den ich soeben aufgespürt habe.

    Lg
    RunningWilli