Bye, Bye Welt!

Was auf den ersten Blick wie eine Abschiedserklärung aussieht, soll auch eine sein. Denn ich möchte mich heute von dem Springer Verlag, ganz besonders von der welt.de Seite verabschieden. Als iPhone-Nutzer war mobil.welt.de für mich lange Zeit die morgentliche Tageszeitung auf dem iPhone.

Bis gestern. Denn am gestrigen Donnerstag las ich auf dwdl.de, dass der Axel Springer Verlag nun ernst mache, und nun für die Webseiten der Welt, der Bild und der Berliner Zeitung ein Bezahlmodell einführe, ohne das iPhone Nutzer zukünftig der Zutritt verwehrt werden würde.

Warum iPhone User?
Ganz klar, es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass iPhone  Nutzer gerne bereit sind, auch mal den ein oder anderen Euro in die Hand zu nehmen, um ihr iPhone durch nützliche Gadgets wie Apps, also Programme und Spiele, zu erweitern. Und daran will nicht zuletzt auch der Springer Verlag künftig  verdienen und sieht darin ein erfolgsversprechendes Modell. Für andere Smartphones ist das Sperren der Seite bisher nicht geplant, auch weil bisher noch keine Möglichkeit besteht, die Inhalte per kostenpflichtiger App anzubieten.

Mich würde es ja gar nicht stören, wenn es für welt.de zukünftig optional auch die Möglichkeit gäbe, dass man diese mit der eigens dafür entwickelten App besuche und dann innerhalb dieser App noch weitere exklusive, kostenpflichtige Inhalte anbiete, die man ohne App eben nicht sehe. Aber einerseits zu sagen, dass man die App kostenpflichtig anbiete und zusätzlich noch die Inhalte auf Basis eines Abo Modells abrechnen will, finde ich eine Frechheit.

Statt zusätzliche Inhalte zu bieten, wird kurzerhand einfach der bisherige Inhalt kostenpflichtig gemacht. Hier muss der Springer Verlag in Zukunft schon sehr wertvolle Inhalte anbieten, damit die bisherige iPhone Leserschaft nicht kurzerhand zur Konkurrenz abwandert (dies ist ein indirekter Aufruf für andere Verlage, eure Websites besser für iPhones zu optimieren).

Derzeit lassen sich noch alle Websites per iPhone ansteuern, dennoch sage ich heute schon einmal Good Bye und auf Wiedersehen, Springer Verlag. Mir reicht es, in Zukunft eure Bild-Headlines am Kiosk zu sehen.

Ich bin Steuermann bei Erdmann & Freunde, einem Netzwerk für Contao-Webworker, und schreibe hier über Themen aus dem Bereich Webdesign und Webentwicklung.

2 Kommentare

  1. Herr Gabriel says:

    Das ist ein Paradebeispiel der „Umsonst-Mentalität“, die die Generationen, die mit dem Internet groß wurden, unhübscherweise geerntet haben.

    Überleg mal andersrum: früher (R) musste man an den Kiosk um die Ecke und sich für 50 Pfennig eine Zeitung kaufen.

    🙂

  2. Dennis Erdmann says:

    @Herr Gabriel
    Wieso denn ausgerechnet den Kiosk? Nehmen wir doch mal das TV. Schließlich ist unser Fernsehprogramm ja im Grunde genommen auch „umsonst“.

    Und jetzt stell dir mal vor, dass all die Zuschauer mit einem HD-fähigen Gerät nun für das Standard-Programm auf RTL, ProSieben und Co. plötzlich zusätzlich zu Kabelgebühren und GEZ noch eine extra HD-Taxe zahlen sollen.

    Warum? Weil HD-Fernseh-Besitzer ja ne Menge Geld für ihren Fernseher ausgegeben haben.

    Klingt doch irgendwie unfair oder?

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