Die Gefahren bei Design-Trends am Beispiel von Flat Design

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Noch immer ist das Thema Flat Design oder auch Flat UI in aller Munde. Überall werden die Vorzüge des häufig minimalistischem Designs angepriesen. Allerdings ohne auf die möglichen Gefahren hinzuweisen.

Mit dem Webdesign ist es wie mit der Mode. Was heute noch Trend ist und von allen produziert wird, ist morgen schon wieder out und könnte für die nächsten 10-15 Jahre auf den Dachboden verbannt werden. Das soll nicht heißen, dass animierte Gifs demnächst wieder … obwohl … das ist ein anderes Thema. Worauf ich eigentlich hinaus will ist die Tatsache, dass Flat Design momentan von vielen Agenturen und Webdesignern so exzessiv eingesetzt wird, dass wir uns mit einer unglaublichen Geschwindigkeit daran satt sehen werden. Vielleicht erinnert ihr euch noch an eine Zeit, in der es modern war mit Holzhintergründen zu arbeiten oder Kaffeetassen auf der Webseite zu platzieren. Diese Seiten würde heute wohl auch niemand mehr so gestalten.  Auch das mittlerweile aus der Mode gekommene skeuomorphe Design könnte ähnlich wie Jeansjacken und Leggings ein Comeback erleben. Darauf spekulieren würde ich aber nicht.

Das Design sollte zum Unternehmen passen

Genauso wie bauchfreie Tops und Mutfünfziger nicht zusammenpassen, sollte auch der gewählte Stil der Website zum Unternehmen oder zur Person passen . Flat Design sehe ich persönlich eher bei den jungen, experimentierfreudigeren Unternehmen als bei den streng Konservativen. Gleiches gilt für die Zielgruppe. Nutzer, die seltener im Internet surfen, werden mit einer Website im Flat Design schlechter zurechtkommen als mit einer Website, bei der Buttons und Navigationen durch einen Verlauf und Schatten hervorgehoben sind, siehe auch mögliche Usability-Probleme beim Flat Design.

Design-Trends können faul machen

Gerade Flat Design macht es dem Designer zurzeit sehr einfach mit wenigen Kniffen ein „schickes“ Design zu entwickeln. Welche Farben man verwenden sollte, verraten Seiten wie Flat UI Colors, dass heißt man muss lediglich die Texte und Bilder einfügen und fertig ist die Website im Flat Design Look. Wie ich bei meinem Vortrag Flat Design beim Webmontag in Kiel bereits erzählte, ist der Grad zwischen ersten Mockups und fertigem Layout beim Flat Design sehr schmal geworden. Dies ist meiner Meinung nach der Hauptgrund, warum wir uns am Flat Design irgendwann satt sehen werden.

Sie können aber auch denkfaul machen. Konzentriert darauf, das Layout in einem bestimmten Stil zu halten, achtet man unter Umständen mehr auf den Trend als auf die vorliegenden Inhalte. Die Konsequenz: Fehlende Detailliebe und eine schematische Aufbereitung der Inhalte, anstatt diese individuell aufzubereiten.

Fazit:

Die Versuchung ist groß, jedes neue Projekt an aktuelle Webdesign-Trends anzupassen. Wenn es allerdings darum geht, eine Website zu gestalten, die im besten/schlimmsten Fall 5 Jahre und länger so bestehen soll, dann werden sich Design-Trends unter Umständen rächen. Dabei kann man sich ja durchaus am jetzigen Flat Design Trend orientieren und gelungene Elemente übernehmen, um dennoch eine zeitlose Website zu entwickeln.

Was denkt ihr über Design-Trends oder Flat Design? Ich bin gespannt auf eure Meinung.

Ich bin Steuermann bei Erdmann & Freunde, einem Netzwerk für Contao-Webworker, und schreibe hier über Themen aus dem Bereich Webdesign und Webentwicklung.

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