Follow Friday: Soll das jeden Freitag so weitergehen?!

Wie schnell die Zeit vergeht. Gerade noch den ersten Tweet abgesetzt und schwupps, sind zwei Jahre um. 2 Jahre, in denen ich jede Menge interessante Links und Blogartikel gefunden habe, gute aber auch überflüssige Diskussionen führte und sogar Twitter zwischenzeitlich einmal vollkommen satt hatte, weil Twitter mich so wunderbar von der Arbeit ablenken konnte. Mittlerweile habe ich die Freude an Twitter mit einem privaten Twitter-Account wiederentdeckt, achte aber immer genauer darauf, wem ich (noch) folge. Wenn mich die Gründer von Twitter fragen würden, was sie an ihrem Microbloggingdienst anders machen sollten, dann hätte ich wahrscheinlich 1000 und eine Idee, was man noch besser machen könnte. Doch wenn ich nur einen Wunsch frei hätte dann würde ich Ihn wohl dafür verwenden, dass diese nervige Spammerei in meiner Timeline endlich ein Ende hat:

Schafft den Follow Friday ab!
(oder gebt uns eine Möglichkeit, die Tweets mit dem Hashtag #Followfriday bzw. #ff zu filtern!)

Twitter und der Follow-Friday) fing alles mit dem eigentlich harmlosen Tweet von @micah im Januar 2009 an:

Am Follow-Friday sollte jeder Twitterer eine Person vorschlagen, dessen Tweets er gerne liest und der man folgen sollte. Die anderen Follower folgen (bei Interesse) dieser Person und haben gleichzeitig ebenfalls die Möglichkeit, eine Empfehlung auszusprechen.

Wie gut diese Idee des Follow Friday ankam, beschreibt Micah sehr schön in einem Blogartikel mitsamt Statistiken. Eine knappe Woche später kam der Followfriday Trend auch außerhalb der USA an und macht seitdem jeden Freitag zum Follow Friday. Doch mit der Zeit änderten sich die Art und die Anzahl der Empfehlungen: Wo Anfangs noch 1 oder 2 Twitterer empfohlen wurden und die Empfehlung auch noch begründet wurde, oder aber etwas mehr Informationen über die Person getwittert worden, findet man heute nur noch ganze Listen mit Twitternamen, die weder in einem besonderen Kontext stehen, noch besonders ausgewählt sind. Von einer echten Empfehlung, wie man sie noch aus der Anfangszeit kennt, kann man hier auf jeden Fall nicht mehr reden.rechts weiterlesen

Oftmals frage ich mich sogar, ob die Twitterer, die so massenhaft Followfriday-Listen raushauen, eigentlich selbst noch dazu kommen, bei anderen Twitterern am besagten Freitag mitzulesen und den Empfehlungen Anderer zu folgen. Hinzu kommt ein Phänomen, was man sonst wohl aus Kindertagen noch kennen sollte:

„Lädst du mich zu deinem Geburtstag ein, muss ich dich ja auch einladen und deinen besten Freund, mit dem ich eigentlich gar nichts zu tun habe, aber ich will ja nicht, das jemand beleidigt ist.“

Und so habe ich bei manchen Empfehlungen eher das Gefühl, dass sie aus einem unbewussten Zwang heraus geschrieben werden, und das Woche für Woche aufs Neue, stets mit den gleichen Personen. Wahrscheinlich sind aufgrund des Follow Fridays schon genauso Freundschaften entstanden, wie gleichzeitig kaputt gegangen, weil man mal vergessen hat, seinen Freund/seine Freundin beim Follow Friday zu empfehlen.

Das Ergebnis ist ein Freitag voller unnützer Tweets, die nicht nur mir und vielen anderen Follow-Friday-Gegnern auf den Sack gehen, sondern auch eine wunderbare Gelegenheit für Spambots sind, neue, echte und aktive Twitteruser zu erkennen. Das Einfachste wäre es wohl tatsächlich, den wöchentlichen Followfriday einfach mal gut sein zu lassen und ernstgemeinte Folgeempfehlungen wie bisher auch zu jeder Zeit zu tweeten. Vielleicht würde es aber auch schon reichen, zukünftig folgende 3 Tipps zu beherzigen:

  • Pro Freitag nur 1-2 Personen empfehlen
  • Nicht jede Woche die gleichen Twitterer empfehlen
  • Nicht pauschal auf jede Empfehlung der eigenen Person mit einer Gegenempfehlung reagieren

Nun zu euch: Was haltet Ihr vom Follow Friday? Abschaffen? Die „Regeln“ ändern, oder soll alles so bleiben wie es ist?
Eurer Feedback könnt Ihr gerne in den Kommentaren abgeben.

Ich bin Steuermann bei Erdmann & Freunde, einem Netzwerk für Contao-Webworker, und schreibe hier über Themen aus dem Bereich Webdesign und Webentwicklung.

Kommentare:
  1. nupsi schrieb am 14. Mai 2010 um 19:24 Uhr

    Moin,

    ich hatte letztens jemanden in meinen Mentions-Meldungen, der mich und viele andere am FollowFriday empfohlen hatte. Bei genauerem Hinsehen schrieb dieser Twitterer wahlos und seitenweise Empfehlungen aus, um – so meine Vermutung – evtl. selber empfohlen zu werden und auf die Schnelle ganz viele neue Verfolger zu bekommen. – Das nenn ich spammen und muss nicht sein!

    Ich selbst mache gelegenlich gerne mal beim FollowFriday mit. Wenn eine Empfehlung nett und ehrlich ist, spricht meiner Meinung nichts dagegen. Das macht auch irgendwie den Charme von Twitter aus, man erweitert seinen Twitter-Bekannten/ oder Freundeskreis. Ob nun Freunde jemanden empfehlen, auf die man evtl. sonst gar nicht aufmerksam geworden wäre, oder ob man mal ein Kompliment ausspricht für jemanden, den man gerne in seiner Timeline liest.
    Auf der anderen Seite lernt man auch ganz unbekannte Leute kennen und wenn das Geschriebene gefällt, bleibt man und die Empfehlung hat ihren “Zweck erfüllt”. ;-)

    Die Listen, die es seit kurzer Zeit bei Twitter gibt, finde ich sehr praktisch und habe auch schon die ein oder andere Liste gesehen, z.B. “meine VIP´s”, oder “meine FF-Empfehlung”.

    Aber ein netter Tweet mit einer empfohlenen Person ab und zu ist da doch irgendwie ansprechender. :-)

    LG,
    Nupsi

  2. Dennis Erdmann schrieb am 15. Mai 2010 um 00:06 Uhr

    Gegen die Empfehlung von lesenswerten Tweets spricht ja generell auch nichts, aber dafür brauchen wir keinen Folgefreitag (mehr). Ist ja letztendlich wie mit dem Valentinstag, Muttertag, Vatertag usw. Man kann seine gesamten Gefühle auf diesen einen Tag konzentrieren, man kann seinen Schatz, seine Mutter oder seinen Vater aber auch an anderen Tag liebhaben und vielleicht freut er/sie sich darüber ja noch viel mehr. Denkt mal drüber nach …

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