Wunderlist im Vergleich mit Things

Wer wie ich seinen (Büro-) Alltag nach dem Getting Things Done-Prinzip struktiert, wird in der Vergangenheit sicherlich einmal auf Things von CultureCode oder Remember The Milk gestoßen sein. Leider wirken beide Systeme auf mich zwar gut durchdacht, aber unvollständig. Bei RTM fehlt mir die native Mac-App, bei Things fehlt mir die Synchronisation über die Cloud. Genug Platz also für weitere Hersteller in diesen Markt zu drängen.

Ein weiterer Anbieter, auf den ich vor ein paar Wochen stieß ist Wunderlist von 6wunderkinder. Die Idee, die Datenablage in die Cloud zu verlagern löste bei mir auf Anhieb einen Freudenschrei aus, schließlich steckt in dieser Art des Datensync eine Menge Potenzial, was mir gerade bei Things fehlt. Gemeinsame Listen, die Möglichkeit mit Wunderlist Aufgaben an Kollegen zu verschicken, all das könnte mit Cloud Syncing möglich werden.

Doch zurück zu den momentanen Möglichkeiten:
Wunderlist ist für iOs-Geräte, Mac und Windows verfügbar, wobei ich letzteres nicht getestet habe. Nach der Installation muss man sich nur kurz kostenlos registrieren und schon kann es losgehen. Die Darstellung auf dem Mac besticht durch ihre Einfachheit, was hauptsächlich daran liegt, dass sich Wunderlist bisher auf die Funktionen Listen, Aufgaben und deren Terminierung beschränkt. Tags, Projekte, Bereiche und Personen so wie man es von Things kennt, findet man hier nicht, was mich persönlich weniger gestört hat, obwohl ich es bei Things nutze.

Auch Wunderlist fürs iPhone ist in den Grundzügen einfach gehalten. Die Erstellung von neuen terminierten Aufgaben ist momentan noch etwas umständlich, allerdings dafür, dass die App noch am Anfang ist zu verschmerzen. Das Menü befindet sich im Fußbereich der App und lässt sich frei sortieren/anlegen. Die optimale Anordnung der Sortierfunktionen habe ich allerdings noch nicht gefunden.

Ein paar Schwächen habe ich sowohl bei der Mac-Version als auch bei der iPhone-App ausgemacht, die ich in den nächsten Tagen mal an den Support weiterleiten will:

  • Wunderlist für Mac
    • Das Wunderlist-Fenster merkt sich nicht die Position und Größe und startet immer wieder auf meinem Hauptbildschirm oben rechts.
    • Die Suche scheint bisher noch keine Funktion zu haben Erledigt seit Version 1.1.1
    • Wichtige (mit Sternchen markierte) Aufgaben bekommen keinen Zahlen Badge
  • Wunderlist für iPhone
    • Fälligkeitsdatum lässt sich erst nach Erstellung einer Aufgabe einstellen
    • Anordnung der Icons wird nach Beendigung der App zurückgesetzt.
    • Es steht zwar groß und deutlich drauf, aber der Button zum Löschen einer Aufgabe wird von mir gerne verwechselt mit dem Speichern Button, was wohl daran liegt, dass es keinen Speichern-Button gibt, sondern nur einen Zurück-Button. Mir würde die Swipe-to-Delete Geste genügen.
    • Wichtige (mit Sternchen markierte) Aufgaben bekommen keinen Zahlen Badge

Wenn Wunderlist nun noch diese 3 Features einführen würde, dann würde einem Wechsel von Things zu Wunderlist eigentlich nichts mehr im Weg stehen:

  • Erstellen von regelmäßigen/wiederkehrenden Aufgaben (Miete überweisen u.ä.)
  • Push-Notifications, um die Aufgabenliste auf den aktuellen Stand zu bringen bzw. daran zu erinnern, dass neue Aufgaben fällig sind.
  • Integration von Notizen in alle Systeme (auf dem iPhone gibt es den Punkt schon)

Fazit: Auch wenn die 6wunderkinder mit Wunderlist noch am Anfang stehe und es ab und zu beim Synchronisieren zu Problemen kommt, so hat dieses GTD-Tool momentan die besten Chancen Things den Rang abzulaufen. Ich bin gespannt ob Wunderlist auch weiterhin mit dieser Entwicklungsgeschwindigkeit vorangetrieben wird, denn auch CulureCode hat angekündigt an einem Sync über die Wolke zu arbeiten. Außerdem ist noch nicht ganz klar, wie 6wunderkinder wunderlist finanzieren wird. Einmalige Zahlung oder doch das Abomodell?

Im Moment ist sowohl die Mac-Software als auch die iPhone App kostenlos und können hier herunterladen werden:
Wunderlist für iPhone Wunderlist für Mac

UPDATE 28.12.2010

Gestern ist Wunderlist für Mac in der Version 1.1.1 erschienen und bringt ein paar interessante Neuerungen. Wie ich ja bereits oben angedeutet habe wäre es schön, wenn man Aufgaben an Freunde oder Kollegen senden könnte.  Und siehe da, es gibt nun tatsächlich die Möglichkeit, seine Wunderlisten mit anderen Teilnehmern zu teilen. Außerdem sind noch ein paar andere nette Funktionen dazugekommen, aber die könnt ihr euch ja auf der Website ansehen. Wenn wunderlist tatsächlich weiterhin mit diesem Tempo vorangetrieben wird, dann könnte die Luft für Things doch schneller dünn werden als anfangs gedacht.

Ich bin Steuermann bei Erdmann & Freunde, einem Netzwerk für Contao-Webworker, und schreibe hier über Themen aus dem Bereich Webdesign und Webentwicklung.

Ein Kommentar

  1. Chris says:

    Sowohl die Wunderlist als auch Things (und weiter auch RTM und Evernote) habe ich getestet.
    Wunderlist ist optisch die eleganteste Variante unter allen diesen GTD Helfern. Trotzdem macht für mich persönlich die Wunderlist keinen Sinn weich ich mit vielen Routinen arbeite und keine wiederkehrende Aufgaben einstellen kann. Das verstehe ich überhaupt nicht, das tool ist so perfekt, und dann einer der wichtigsten Features steht nicht zur Verfügung.
    Es gibt doch nur zwei Arten von Aufgeben: die, die einmal erledigt werden müssen und die, die sich wiederholen. Somit ist egal wie die Software schön ist, für mich einfach unbrauchbar.

    Habe auch vor einigen Wochen eine Anfrage an die Wunderkider gesendet und den fehlenden Feature angesprochen, leider ohne Antwort. Vermutlich arbeiten sie an etwas wichtigerem.

    Momentan also bleibt mir nichts anderes übrig als bei Things zu bleiben. Das Programm sieht relativ gut aus und ist vollständig.

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