Inhalt oder Design? – Was kommt zuerst?

Es ist ein bisschen das Henne-Ei-Problem der Website-Erstellung: Warten wir erst auf die kompletten Inhalte des Kunden, um dann ein dazu passendes Design zu entwickeln oder entwickeln wir ein Design und lassen den Kunden anhand dessen die Inhalte erstellen?

Beide Situationen habe ich in den letzten Jahren häufig genug erlebt. Und beide haben ihre Vor- und Nachteile.

Wenn die Inhalte das Design bestimmen

Gehen wir davon, dass der Kunde alle Inhalte bereits vorliegen hat. Das ist eigentlich nur selten der Fall, wenn wir nicht gerade damit beauftragt wurden ein Redesign mit bestehenden Inhalten zu machen.

Für uns als Designer ist das erstmal super. Von Anfang an zu wissen, mit welcher Menge von Inhalten wir zu rechnen haben, vermindert das Risiko nicht irgendwelche Luftschlösser zu bauen, die sich dann mit den echten Inhalten der Website gar nicht mehr realisieren lassen. Auch Seiten, die am Ende nur aus 3 Sätzen bestehen, werden dann im besten Fall gar nicht erst angelegt.

Mit fertigen Inhalten zu arbeiten hat aber unter Umständen den Nachteil, dass wir uns bei der Gestaltung frühzeitig einschränken und das Design zu sehr von den bestehenden Inhalten diktiert wird. Der Preis: weniger Raum für neue Ideen.

Wenn das Design die Inhalte bestimmt

Wenn wir hingegen erst das Design erstellen und dadurch dem Kunden zeigen, welche Inhalte benötigt werden, schafft uns das zwar deutlich mehr Freiheiten bei der Gestaltung. Allerdings kann es dann durchaus passieren, dass sich der Kunde schwer tut, unsere Inhaltsvorgaben zu erfüllen.

Das merkt man spätestens dann, wenn für das große Headerbild eine minderwertige Gebäudeaufnahme des Unternehmens herhalten muss und die empfohlene Länge für bestimmte Textblöcke nicht eingehalten werden.

Das größte Problem ist aber, egal ob man mit den Inhalten oder dem Design beginnt, den Kunden davon zu überzeugen, dass es nicht reicht, Texte, Bilder und Design einmalig anzufassen. Sie sollten Schritt für Schritt und gemeinsam aufeinander abgestimmt werden. Klar, dass dafür jemand den Anfang machen muss. Ich habe die besten Erfahrungen damit gemacht, wenn der Kunde uns zumindest grob seine Website-Inhalte vor der Design-Phase zur Verfügung stellt. Umgekehrt sind viele Projekte, in denen wir zunächst das Design gemacht haben ins Stocken geraten, weil auch nach der Entwicklung des Designs die Inhalte noch nicht vorlagen.

Der Artikel Prioritizing Structure in Web Content Projects hat mich übrigens dazu inspiriert, diesen Blogpost zu schreiben.

Bild: Gray geometric background. © tarapong – Fotolia

Ich bin Steuermann bei Erdmann & Freunde, einem Netzwerk für Contao-Webworker, und schreibe hier über Themen aus dem Bereich Webdesign und Webentwicklung.

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