Mission Online-Shop: 6 Tipps für angehende Shopbetreiber

Du planst einen Online-Shop und willst wissen was zu beachten ist?  Die nachfolgenden Tipps sind aus der täglichen Arbeit mit unseren Kunden entstanden und sollen Dir helfen, die größten Hürden des eCommerce zu erkennen und zu umgehen.

Zur Zeit herrscht bei uns in der Agentur wieder Shopping-Stimmung. Der Grund: zwei Online-Shops stehen kurz vor dem Launch und sollen die digitale Einkaufswelt bereichern. Doch zuvor gab und gibt es einige Hürden zu nehmen, bevor so ein Shop online gehen kann. Die nachfolgenden Tipps sind nur ein Teil der Dinge, die man als Shopbetreiber vorher unbedingt geklärt haben sollte und sind keinesfalls vollständig. Ergänzungen könnt Ihr gerne in die Kommentare schreiben.

1. Ein Online-Shop muss rechtlich wasserdicht sein.

Ein Punkt, der sehr häufig auf die leichte Schulter genommen wird. AGB selbst schreiben bzw. von anderen Seiten zusammenkopieren oder das selbstformulierte eingeschränkte Rückgaberecht gehört wohl zu den Klassikern. Dabei sind AGB und Widerruf im Besten Falle schlichtweg ungültig – schlimmer trifft es einen, wenn die erste Abmahnung Durch einen Anwalt ins Haus flattert. Die kann sogar schon folgen, wenn der Shopname unglücklich gewählt ist und Schutzrechte verletzt werden (Stichwort: Markenanmeldung). Betritt man mit einem Shop nicht gerade völliges konkurrenzloses Neuland, dann wird der Mitbewerber nicht lange warten und auf Fehlersuche im Shop gehen. Mit dem richtigen Anwalt an deiner Seite wird er allerdings hoffentlicht nichts finden.

2. Das Design sollte zu deinem Shop und deinen Kunden passen.

Im Grunde genommen kann man bei den heutigen Shopsystemen dank einer großen Community und einer Vielzahl von kostenlosen oder günstigen Templates gar nicht mehr so viel verkehrt machen – möchte man meinen. Und doch ist der Job des Designers noch lange nicht überflüssig. Denn einerseits muss ein Shop zu seinen Produkten, aber auch zu seinen Kunden passen. Ganz klar, dass ein Shop für Babyspielzeug und Zubehör nicht so aussehen sollte, wie ein Shop für Fitness- und Bodybuildung-Produkte. Und doch gibt es genug Online-Shops, die allesamt das gleiche Theme nutzen, obwohl sie völlig unterschiedliche Produkte verkaufen. Hinzu kommt, dass Erkenntnisse aus dem Bereich Usability, Barrierefreiheit und Suchmaschinenoptimierung bei solch kostenlosen Templates keine allzugroße Rolle spielen.

3. Unterschätze nicht die monatlichen Kosten für einen Online-Shop.

Die richtigen Produkte sind ausgesucht und die Verträge mit den Lieferanten abgeschlossen. Die Gewinnspanne klingt fantastisch – wären da nicht die monatlichen Shopgebühren. Angefangen mit den Serverkosten, über Kosten für Sicherheitszertifikate und regelmäßige Wartungsarbeiten bis hin zu den Kosten des Geldverkehrs (Provisionen der Zahlungsanbieter Paypal und Co.) kommt hier sehr schnell eine ordentliche Summe zusammen. Damit der Shop sich auch selbst trägt reicht es nun nicht mehr im Monat 5-10 Artikel an Freunde zu verkaufen, sondern der Shop muss den Massenmarkt bedienen. So sollte man idealerweise einen Wartungsvertrag für laufende Arbeiten an dem Shop abschließen, um die Kosten überschaubar zu halten.

4. Plane genug Zeit für den Shop und die Pflege dessen ein.

Es mag sicherlich Ausnahmen geben, aber im Normalfall reicht es nicht einen Shop am Wochenende oder im Urlaub zu betreuen. Einen Vorteil haben hier alle Händler, die den Shop als weiteren Verkaufskanal nutzen und bei der Produktauswahl, den Preislisten und den Produktbeschreibungen nicht bei Null anfangen. Für alle anderen gilt, dass man bei der Ersteinrichtung eines Online-Shops nicht zu sportlich an den Zeitplan gehen sollte. Bis die anzubietende Produktpalette steht können Wochen bis Monate ins Land gehen. Ebenso wird man zu Anfang eine Menge Zeit investieren müssen, um die ersten Bestellungen, Reklamationen und Fragen korrekt abzuwickeln. Läuft der Online-Shop dann eine Weile sollte man sich keinesfalls auf die faule Haut legen, sondern damit beginnen, den Shop stetig zu optimieren. Umfragen und Besucheranalysen können dabei helfen, die Produktpalette oder das Shopsystem stetig zu verbessern.

5. Wer nicht wirbt, stirbt.

Natürlich muss nicht nur im Shop selbst, sondern auch drumherum etwas getan werden. Je nach Produkt bieten sich mitunter offline Möglichkeiten z.B. Flyer und Plakate drucken zu lassen und diese in der Stadt zu verteilen oder aber man präsentiert sich auf einer Messe mit einem kleinen Stand. Viel spannender ist es allerdings, die Zielgruppe dort abzuholen, wo sie sich gerade befindet – im Internet. Hier kann es nützlich sein, sich in Online-Foren einen Namen zu machen und auf den Shop hinzuweisen oder aber man mietet einen Bannerplatz auf einer thematisch passenden Website an. Auch ist es möglich über Google Adwords in den Google-Suchergebnissen der Zielgruppe zu werben, sollte man mit seinem Shop bisher nicht in den Google-Ergebnissen auftauchen.

6. Die Arbeit an einem Online-Shop steht nie still

Wenn wir eines im Internet gelernt haben, dann doch wohl, dass es nie still steht. Was heute noch Trend ist, kann morgen schon völlig veraltet sein. Täglich gehen zig neue Online-Shops an den Start und mit dabei auch Shops, die moderner oder größer als der Eigene sind. Hier hilft nur, stets die Mitbewerber im Auge zu behalten und sich dem rasanten Tempo des Internets anzupassen. Auch rechtlich gesehen ist es natürlich wichtig auf dem Laufenden zu bleiben, um Abmahnungen oder Ärger mit der Wettbewerbszentrale zu verhindern.

Wenn Dir der Artikel gefallen hat würde ich mich über einen Kommentar freuen, ebenso falls Du noch weitere Tipps hast, die angehende Shopbetreiber beachten sollten.

Ich bin Steuermann bei Erdmann & Freunde, einem Netzwerk für Contao-Webworker, und schreibe hier über Themen aus dem Bereich Webdesign und Webentwicklung.

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