Responsive Website vs separate, mobile Webseite?!

Seit Monaten ist man sich in der Webentwickler-Szene bei dem Thema Responsive Webdesign oder separate Version für Smartphone & Tablet uneinig. Während von Tag zu Tag neue Techniken entwickelt werden, die sich um die Bild- und Dateigrößenproblematik kümmern, bleibt eine Frage weitestgehend unbeantwortet:

„Soll ein Smartphone-Nutzer tatsächlich die gleichen Texte (und Bilder) zu sehen bekommen, wie ein Webseitenbesucher mit Laptop oder Festrechner?“

Meine Antwort war bisher immer ein klares „Nein“, weshalb wir auch bei der SOLADES-Webseite eine angepasste und abgespeckte Version unserer Webseite entwickelt haben. Wenn ich mir überlege wie mühselig es ist, einen Text auf dem kleinen Display zu lesen, dann halte ich die Entscheidung nach wie vor für richtig, dass wir den Startseitentext nochmals gekürzt haben und so eine einigermaßen erträgliche Leselänge anbieten.

Andererseits wird sich auch der Smartphone-Surfer daran gewöhnen müssen, dass er mit der zunehmenden Zahl von responsive Webseiten, Texte von normaler Länge vorgelegt bekommt.

Was uns zur Zeit noch fehlt ist ein Ansatz, wie Inhalte – vor allem Texte – an die entsprechende Bildschirmgröße angepasst werden. Ein Satz, der in der Standard-Ansicht mit einem schmückenden Nebensatz ergänzt wird, müsste in der mobilen Ansicht wegfallen, ohne dass sich dadurch der Sinn oder Zusammenhang ändert. Gesehen habe ich so etwas aber noch nicht auch wenn immer wieder Ansätze wie hier bei Hans Sprecher beschrieben werden.

Für mich steht mittlerweile fest: Unsere Webseite wird früher oder später auch responsive. Der Aufwand, (momentan) 2 Seiten aktuell halten zu müssen ist erträglich, aber scheint unsinnig, wenn man sich die technischen Möglichkeiten anschaut. Stattdessen werden wir uns darauf konzentrieren müssen, zu überlegen, welche Inhalte tatsächlich notwendig sind (auch um eine gewisse Stimmung beim Betrachter zu wecken) und wo Ressourcen eingespart werden sollten.

Somit bleibe ich zwar bei meinem Nein, wenn ich gefragt werde, ob ein Smartphone Nutzer die gleichen Inhalte zu sehen bekommen sollte, wie jeder andere. Die Lösung kann allerdings auch nicht sein, dass für jede Plattform eine entsprechende Version der Webseite angelegt wird.

Ich bin Steuermann bei Erdmann & Freunde, einem Netzwerk für Contao-Webworker, und schreibe hier über Themen aus dem Bereich Webdesign und Webentwicklung.

6 Kommentare

  1. Björn says:

    Für reine Inhaltsangebote halte ich den Responsive-Ansatz am sinnvollsten. Da wo es verstärkt um Interaktion und auf den Punkt kommen ankommt, z.B. Onlineshops, sind Web-Apps oft die bessere Wahl. Neben der rein oberflächlichen Umsetzung spielen im Konzern- und Shop-Umfeld noch viele weitere Faktoren eine Rolle. So z.B. ist oft keine Zeit für Projekte, die sich ein Jahr oder noch länger alleine damit beschäftigen, verschiedene Shops gestalterisch und technisch für den Responsive-Ansatz vorzubereiten.

  2. Dennis Erdmann says:

    @ Björn: Du hast recht, es kommt natürlich auch auf den Inhalt selbst an und in welcher Umgebung er platziert wird. Das Thema ist noch weitaus komplexer und müsste eigentlich mal in einer größeren Runde diskutiert werden.

  3. Lutz says:

    Die Frage ob getrennte oder gemeinsame responsive Inhalte läßt sich m.E. nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist, welcher Art Bedürfnisbefriedigung die Site nachkommen will: informieren, (ver)kaufen, unterhalten, unterstützen, leiten, treffen, Image bilden… und wie sinnvoll dies bewerkstelligt wird. Biete ich zB. ein nützliches Tool an, das mobilen Nutzern hilft, habe ich redaktionelle Texte oder Downloads für den Officebereich?
    Sicher hilft da zunächst eine Nutzungsanalyse: was unterscheidet meine mobilen von stationären Besuchen und was wollen die bzw. was biete ich ihnen?

  4. Dennis Erdmann says:

    @Lutz: Grundsätzlich gebe ich dir recht mit der Nutzungsanalyse. Mir ist allerdings auch schon häufiger aufgefallen, dass bei einer Trennung für die jeweiligen Gerätegruppen vermeintlich unwichtige Inhalte einfach hinten runterfallen und so für beispielsweise den Smartphone-Besitzer nicht erreichbar sind.

    Konkret hatte ich dies zuletzt, als ich bei Spotify übers iPhone mein Abo einrichten wollte. Kriegst du mit dem Smartphone so nicht hin. Weil du immer zur mobilen Version der Webseite weitergeleitet wirst. Hätte man dort den responsive Ansatz gewählt, hätte ich das Abo schon weitaus früher abgeschlossen.

  5. Lutz says:

    @Dennis genau: dann muss man eben noch die Notausstiegsluke „zur normalen Website“ anbieten.

  6. Lutz says:

    Ein Thema fürs nächste Barcamp Kiel

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