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Storytelling im Webdesign

Geschichten sind so alt wie die Menschheit. Schon früher dienten dazu  einen Sachverhalt verständlich zu machen, Informationen „merkbar“ oder einfach nur, um sich mit anderen auszutauschen. Neu ist, Storytelling auch im Webdesign zu nutzen, um auf neue Art und Weise für das Unternehmen zu werben.

Egal ob als Text oder in Form von Videos – derzeit wird im Web das Geschichten erzählen (wieder-)entdeckt. Statt lang und breit zu erzählen, wie toll man ist und was man alles kann, tritt das Unternehmen in den Hintergrund, Kunden und Referenzen in den Vordergrund. Ein gutes Beispiel für Storytelling ist der Blogging und Hostinganbieter Squarespace. Der Dienst bietet Nutzern das einfache Betreiben eines Blogs, Webauftritts oder Shops an und ist hier in Deutschland wohl am Ehesten mit Jimdo oder dem 1&1 Homepage-Baukasten zu vergleichen.

Doch statt wie üblich über Leistungen, den Preis oder den Kundenservice zu werben (vgl. Jimdo), findet man auf der Website von Squarespace kurze Videos mit kleinen Geschichten, die erzählen, wie Kunden den Dienst im Alltag nutzen. Die Taktik:

„Nicht ich erzähle dir, warum du Squarespace-Kunde werden solltest, sondern unsere Bestandskunden.“

Und sie geht auf. Denn unsere Zweifel schwinden, wenn wir ein Produkt oder eine Dienstleistung von Dritten empfohlen bekommen. Das Vertrauen zu einem Unternehmen wird automatisch größer, auch wenn wir die Person gar nicht kennen. Gut zu erkennen bei den Ebay- und Amazon-Produktbewertungen. Außerdem wird durch die Geschichten ein emotionaler Anker bei den Seitenbesuchern gesetzt. Die Folge: Der Anbieter bleibt besser in Erinnerung und mit der richtigen Geschichte kann sogar eine Art Begehrlichkeit geweckt werden, ebenfalls Kunde bei Squarespace zu werden.

Durch unterschiedliche Geschichten und Charaktere ist es so einerseits möglich, immer mal wieder Teilbereiche des Dienstes vorzustellen, andererseits steigt so aber auch die Chance, dass der Interessent sich in einem der Charaktere wieder erkennt. Jedes Video vermittelt dabei immer den Eindruck, dass Squarespace für alle diejenigen entwickelt wurde, die sich mit den Themen Programmierung und Webdesign nicht beschäftigen wollen und dennoch eine Webpräsenz betreiben können.

Was haltet ihr von der Idee, Unternehmensdarstellung und Leistungen in den Hintergrund zu rücken und Kunden als Fürsprecher die „Arbeit machen zu lassen“? Kennt Ihr noch weitere Beispiele für Storytelling im Webdesign? Vielleicht sogar deutsche Seiten? Eure Meinungen und weitere Seiten könnt ihr gerne in den Kommentaren posten.

Ich bin Steuermann bei Erdmann & Freunde, einem Netzwerk für Contao-Webworker, und schreibe hier über Themen aus dem Bereich Webdesign und Webentwicklung.

Ein Kommentar

  1. Björn sagt:

    Kunden als Fürsprecher sind eher sog. Testimonials. Wobei das ein relativ schmaler Grad ist. Gerade auch in Deutschland haben die Menschen öfter mal Vorbehalte. Zumindest dann, wenn das Feedback durchweg positiv, vielleicht sogar überschwänglich ist. Wahrscheinlich auch, weil mit teils angeblich echten Kunden auch Schindluder betrieben wird. In US sind die Menschen vielleicht auch etwas aufgeschlossener.

    Auf dem US-Markt haben Kollegen mal ganz gute Erfahrungen gemacht. Da wurden Kunden nach Feedback gefragt. Diejenigen die geantwortet haben, haben zum Großteil sehr positiv geschrieben. Was Wirkung gezeigt hat.

    Ich denke, dass Storytelling als umfassender Ansatz, der über Testimonials hinaus geht, noch viel besser funktionieren kann. Die komplette Story um ein Produkt. Warum gibt es das Produkt? Für wen? In welchen Lebenslagen, Situationen und Gelegenheiten? usw. Bestehend aus gutem prägnanten Text der auf den Punkt kommt, visuelle Unterstützung durch Produktbilder und andere Abbildungen, Testimonials und nicht zuletzt gute User Experience auf der Website und im Shop. Von der Bühne bis zur letzten Checkout-Seite.

    Gutes Beispiel, passend zu den von Dir genannten Beispielen, ist godaddy Website Builder: http://www.godaddy.com/hosting/website-builder.aspx?ci=76392

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