Wann werden Responsive Webdesign und mobile Geräte endlich zum Standard?

Bisher waren mobile Websites oder Responsive Webdesign das i-Tüpfelchen bei einer neuen Website. Unternehmen, die innovativ sein wollten und es sich leisten konnten, ließen ihre Website für mobile Geräte optimieren. Doch jetzt wird es Zeit den nächsten Schritt zu machen: Responsive Webdesign oder zumindest eine mobile Website müssen zum Standard gehören.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie schwer es anfangs war, Unternehmen davon zu überzeugen, dass Ihre Website auch für mobile Geräte optimiert werden sollte. Heute, knapp 2 Jahre später und mehr als 4 Jahre nach Erscheinen des ersten iPhones, kommen ein paar Kunden direkt mit dem Anspruch auf uns zu, dass Ihre Website auch auf dem iPhone und iPad bedienbar sein soll. Smartphones und Tablets sind mittlerweile in vielen Unternehmen oder privaten Haushalten zu finden und das Problem der zu kleinen Darstellung sowie das Finger/Cursor-Problem ist bekannt.

Sollte eine optimierte Darstellung für mobile Geräte nicht eigentlich selbstverständlich sein?

Bisher haben wir bei Angeboten Responsive Webdesign immer als zusätzliche Option angeboten, um die Mehrkosten transparent und besser vergleichbar darzustellen. Dabei habe ich mich in letzter Zeit immer häufiger gefragt, ob eine Optimierung für mobile Geräte nicht mittlerweile selbstverständlich und deswegen nur noch in der Beschreibung der programmiererischen Umsetzung stehen sollte.

Das Problem: So lange bei viele Agenturen noch das Verständnis herrscht, dass Smartphones und Tablets „on Top“ kommen, sind wir noch weit davon entfernt, von einer Selbstverständlichkeit zu sprechen. Doch wie war das eigentlich früher? Wenn ich ein Jahrzehnt zurückdenke, haben wir ja auch nicht geschrieben „Optimiert für den Internet Explorer“, optional bieten wir Ihnen die „Optimierung für den Firefox“ an. Warum also bei Smartphones und Tablets länger diese Unterscheidung machen?

Spätestens nächstes Jahr, so prophezeien ein paar Statistiker, sollen mehr Nutzer mit einem Smartphone oder Tablet ins Netz gehen, als mit einem Desktop-PC (s. Infografik). Doch wir geben durch unsere Angebote immer noch vor, dass eine normale Website der Standard ist und Responsive Webdesign als Option oben drauf kommt?

Es wird Zeit, dass wir umdenken. Aus der „Optimierung für mobile Geräte“ muss ein „optimiert für alle gängigen Geräte“ werden und das nicht als Option sondern standardmäßig. Ausnahmen wird es auch weiterhin geben. Gerade bei kleineren Projekten und Kunden, die sich den neuen Preis für eine Website nicht leisten können. Die Betonung liegt jedoch auf Ausnahme.

Mein Ziel: 50% aller Webprojekte für mobile Geräte optimieren

Um mit gutem Beispiel voranzugehen, hab ich mir für SOLADES ein Ziel gesetzt: Mindestens die Hälfte aller Webprojekte, die wir in diesem Jahr realisieren, sollen unter Berücksichtigung von Smartphones und Tablets entwickelt werden. Mittlerweile haben wir einen ganz passablen Workflow zur Gestaltung von Responsive Websites entwickelt. Und auch bei den Content Management Systemen wie Contao tut sich einiges. Die neueste Version 3 kommt standardmäßig mit einer Berücksichtigung für 3 Bildschirmgrößen (Smartphone, Tablet hochkant & Desktop) daher. Die Chancen stehen also gar nicht Zoo schlecht. Muss nur noch der Kunde überzeugt werden.

Wie sieht es bei euch aus? Gehören mobile Geräte bei euch schon zum Standard? Oder bietet Ihr auch noch die Optimierung für Smartphone und Tablet optional an?

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Bild: Dot Com Infoway

Ich bin Steuermann bei Erdmann & Freunde, einem Netzwerk für Contao-Webworker, und schreibe hier über Themen aus dem Bereich Webdesign und Webentwicklung.

3 Kommentare

  1. Stefan Melz sagt:

    Das sehe ich genauso. Jeder redet drüber, aber an die Umsetzungen machen sich die wenigsten. Bei uns wird zwar nicht die Optimierung zum Standard, aber zumindest eine funktionsfähige Darstellung via Responsive. Der Rest ist optional, da hier meist auch ein neues Konzept sinnvoll ist.
    Mal schauen was das Jahr so bringt 😉

  2. Mario sagt:

    Hi Dennis. Ich bin auch stets bemüht meine Kunden von den Vorteilen eines responsiven Webdesigns zu überzeugen und damit auch einen Großteil meiner Projekte so zu entwicklen. Leider klappt das aber nicht immer und die meisten sehen nicht den Nutzen und den Vorteil gegenüber einer „normalen Webseite“. Aber ich lass mich da nicht beirren und versuche weiter neue Projekte nur als RESPONSIVE zu erstellen. Später werden sie mir es danken ..

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