Warum Internetagenturen die Homepage Baukästen nicht fürchten

Dieser Spiegel Online-Artikel wird dem ein oder anderen Webdesigner gar nicht geschmeckt haben. Darin beschreibt Autor Dieter Petereit wie man sich als kleiner Unternehmensgründer nicht nur den Gang zum, sondern auch das Geld für den Webdesigner sparen kann, indem man auf Homepage-Baukästen setzt.

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Content-Management Systeme wie Jimdo sind heute so fortschrittlich und durchdacht, dass man beim ersten Hören und Sehen tatsächlich denken könnte „Wenn das so weiter geht, sind wir bald alle arbeitslos“. Zwei Gründe sind dabei hauptausschlaggebend: 1. Es ist kinderleicht zu bedienen und 2. bietet es eine Vielzahl an Layoutvorlagen, mit denen man die eigene Website individualisieren kann.

Doch die Furcht hält nur so lange, bis man die ersten fertigen Seiten sieht, die von einen Branchenfremden entworfen wurden. Was den Damen und Herren nämlich nach wie vor fehlt, ist das Wissen eine Website richtig zu konzipieren und gestalterisch ansprechend umzusetzen.

Denn nicht nur die Homepagebaukästen haben sich stets weiterentwickelt, auch die Anforderungen an eine Website sind gestiegen. Die richtige Seitenstruktur, benutzerfreundliche Navigationsstrukturen und Suchmaschinenoptimierung sind Punkte, bei denen ein CMS immer nur unterstützend wirken kann, die Entscheidungen allerdings müssen aufgrund von Erfahrungswerten getroffen werden. Deswegen ist es bei uns auch so, dass die Planung und Konzeption einer Website bei uns im Schnitt ca. 1/3 des Gesamtprojektes ausmacht. Allein die Navigationsstruktur zu erstellen kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen, wenn man denn seine Seite auch gleich für Suchmaschinenoptimierung vorbereiten will und entsprechende Texte geschrieben werden sollen. Und für eben dieses Wissen braucht man entweder eine große Portion Talent, oder eine Menge Erfahrung.

Der Webdesigner wird also auch im nächsten und in den darauffolgenden Jahren noch genug zu tun haben. Als Webdesigner, der sich aber sowieso ständig fortbilden muss, sollte man sich Jimdo und Co. auf jeden Fall mal in der Mittagspause ansehen, denn irgendwann steht doch eines Tages das „großgewordene“ Unternehmen vor der Tür, dessen Website auf einem dieser Homepagebaukästen beruht.

Ich bin Steuermann bei Erdmann & Freunde, einem Netzwerk für Contao-Webworker, und schreibe hier über Themen aus dem Bereich Webdesign und Webentwicklung.

2 Kommentare

  1. andreas says:

    Man sollte als Internetagentur mit der Zeit gehen. Seien wir mal ehrlich, welcher kleine oder mittlere Betrieb, welcher Arzt und welcher sonstige Praxisinhaber will denn seine Seite selbst gestalten? Ich lebe den Agenturgedanken und biete die Baukästen mit an. Ich weiß welches System was kann und wie ich damit Webauftritte umsetzen kann. Der Kunde ist dankbar, das ich ihm die Arbeit abnehme. Als Affiliate kann man den Vorgang auch selbst in der Hand behalten. Ich nutze also manchmal Baukästen als Programme und verkaufe auch noch das Hosting dazu. Sehen wir das doch als Bereicherung und nicht als Konkurrenz! Andreas

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