Was passiert, wenn jeder kommt & geht, wann er will?

Freie Arbeitszeiten für alle!!!

Als Chef hat man es schon gut. Man kann kommen und gehen wann man will, nimmt sich spontan mal nen Tag frei oder geht früher nach Hause, wenn es einem mal nicht so gut geht. Selbstständige wissen natürlich, dass in diesem Satz jede Menge Ironie steckt.

Von Angestellten hingegen fordert man, dass sie 1. pünktlich sind und 2. schön Ihre 40-Stunden-Woche im Büro absitzen, womöglich noch Überstunden schieben wenn es bei Projekten mal knapp wird. Doch was passiert eigentlich, wenn vom Azubi bis zum Chef jeder Mitarbeiter kommen und gehen darf, wann er will? Genau dieser Frage werden wir bei SOLADES im Januar auf den Grund gehen.

Das Ziel: Nicht in Stunden, sondern in Projekten denken

Obwohl wir uns so langsam davon wegbewegen, zählt auch heute noch in vielen Betrieben:

Dein Arbeitstag hat 8 Stunden – und die wirst du hier schön absitzen!

Ich sag‘ euch, wenn man mit dieser Einstellung groß geworden ist, dann ist es gar nicht so einfach diese abzulegen. Lange Zeit hatte ich gar ein schlechtes Gewissen, nicht der Letzte zu sein, der das Büro abschließt (Geschäftsführer, Vorbildfunktion usw.).

Heute weiß ich, das ist totaler Unsinn. Nicht der, der am Längsten arbeitet ist der wertvollste Mitarbeiter, sondern der, der es in der vorgegebenen Zeit schafft. Was uns zwangsläufig wieder zurück zum Thema „In Projekten denken“ führt. Freie Zeiteinteilung bedeutet nämlich auch Aufgaben selbst priorisieren zu können, und außerdem besser zu erkennen, welche Ziele wirklich wichtig sind. Das zumindest erhoffe ich mir.

Die neue Tagesplanung sieht momentan so aus:

  • 08:00 – 10:00 Uhr: Arbeitsbeginn
  • 10:00 – 10:15 Uhr: Projektbesprechung + Aufgabenverteilung
  • 17:00 – 17:15 Uhr: Zwischenstand + Aufgabenverteilung/-übergabe Team 2
  • 17:30 – Open End: Arbeiten

Das ist jetzt vielleicht noch nicht die optimale Lösung, gerade wenn ich überlege, dass manche von unseren Mitarbeitern erst gegen 17 Uhr anfangen, aber es wird tatsächlich schwer sonst alle Mitarbeiter unter einen Hut zu bekommen.

Warum schreibe ich das nun alles? Ich möchte natürlich auch wissen, wie es in anderen Agenturen abläuft. Von einer Softwareschmiede und einer anderen Agentur weiß ich schon, dass sie diese Methode der freien Arbeitszeiten bereits seit einigen Monaten oder sogar Jahren erfolgreich praktizieren. Sicherlich wird es aber auch den ein oder anderen Skeptiker geben, auf dessen Meinung ich mindestens genauso gespannt bin.

Eure Meinung könnt ihr gerne in den Kommentaren oder per Mail hinterlassen.
Nach Ende der Experimentierphase werde ich hier hoffentlich auch noch einen Folgeblogartikel schreiben und auch die Lösung, die wir uns überlegt haben, offenlegen.
Bild: ~ipapun

Ich bin Steuermann bei Erdmann & Freunde, einem Netzwerk für Contao-Webworker, und schreibe hier über Themen aus dem Bereich Webdesign und Webentwicklung.

3 Kommentare

  1. Kai says:

    Ich äüßere mich mal als „Freier“ der vornehmlich für Agenturen arbeitet, darunter sind ein paar die ähnliches praktizieren: Prinzipiell befürworte ich das Konzept, soll doch jeder arbeiten wann und wo er es am Besten kann.

    Nur wenn man unterschiedliche Projekte hat mit unterschiedlichen Ansprechpartnern und die sind dann auch noch zu unterschiedlichen Zeiten völlig unplanbar verfügbar, dann wirds schwierig.

    Manchmal braucht man ja Antworten oder Material, und das zerhackt einem den Tag in viele unvorhersehbare Stücke.

    Andersherum wird ja doch gerne erwartet, dass man als Freier innerhalb des Realisationszeitraums verfügbar ist. Schade, wenn das nicht immer auf Gegenseitig beruht.

    Wenn man dann noch Frühaufsteher ist, dann ist 10 Uhr bei mir schon quasi Mittag, dann kommen noch also noch so komplett unterschiedliche Geisteszustände dazu. 🙂
    Dafür bin Abends auch nur noch bedingt aufnahmefähig.

    Also, wenn ihr ein paar Freie dazwischen habt, das sind auch nur Menschen 🙂

  2. Dennis Erdmann says:

    @Kai: Guter und berechtigter Einwand. Sowas kann natürlich nur funktionieren, wenn alle am gleichen Strang ziehen, sprich wenn auch die freien Grafiker und Designer mit dem System klarkommen. Das ist zum Glück bei uns bisher noch kein Problem, weil durch die freien Arbeitszeiten sogar ein Plus an Flexibilität geschaffen wird. Abends um 7 Uhr mit den Externen skypen, um den Projektstand zu besprechen? Kein Problem, wenn man sich vorher einen schönen Nachmittag machen konnte 😉

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