Wenn ich mir einen Kunden wünschen dürfte

Es ist nicht so, dass ich mit den Kunden von SOLADES unzufrieden wäre – Gott nein. Ich komme gerne morgens ins Büro, was auch daran liegt, dass ich keine unangenehmen Anrufe von nervigen Kunden zu befürchten habe. Aber wenn ich mir mein nächstes Projekt aussuchen dürfte, dann könnte es ruhig mal wieder ein bisschen verspielter, „schmutziger“ oder alternativer sein.

Der ein oder andere Designer unter euch kennt vielleicht das Problem: Hat man sich auf eine Branche oder einen Typ Kunden eingeschossen, dann folgen häufig auch weitere Kunden aus diesem Segment. Das ist nicht weiter schlimm, bis auf die Tatsache, dass man als Webdesigner in so einen … ich nenn es mal Trott gerät. Ein Außenstehender würde wahrscheinlich sagen:

„Man erkennt sehr gut den Stil des Webdesigners wieder“

Und so kommt es in letzter Zeit immer häufiger vor, dass ich mich dabei ertappe, wie ich beim Stöbern im Designtagbuch oder auf anderen Agentur-Webseiten neidisch auf Webseiten gucke, die eine ganz andere Zielgruppe ansprechen: Kinder & Jugendliche, Tier- und Umweltschützer, Sportler, Fans (von Musik oder Film) oder Technikbegeisterte.

„Warum betreuen wir nicht solche Kunden?“, frage ich mich, obwohl die Antwort doch eigentlich eindeutig ist. Der Stil unserer Referenzen passt den potenziellen Kunden nicht. Alles zu glatt, zu sauber, zu minimalistisch. Doch Referenzen, die von diesem Schema abweichen, sind nicht in Sicht, da die bestehenden Referenzen … naja ihr wisst schon. Ein Teufelskreis.

Dieser Artikel soll ganz gewiss kein Hilfeschrei sein. Genauso wenig erhoffe ich mir davon, dass morgen ein Neukunde anruft, der genau auf diese Beschreibung passen könnte. Nur falls mich mal jemand fragen sollte, welchen Kunden ich mir fürs nächste Projekt wünschen würde, dann werde ich diesen Artikel aus meiner virtuellen Hosentasche kramen, glattstreichen, und diesem Jemand zum Lesen geben.

Wie seht ihr das? Für welchen Kunden würdet ihr gerne mal eine Webseite entwerfen, wenn ihr es euch wünschen könntet? Oder habt ihr einfach nur was wegen der Hintergrundfarbe zu meckern? Ganz egal, lasst es mich wissen.

Ich bin Steuermann bei Erdmann & Freunde, einem Netzwerk für Contao-Webworker, und schreibe hier über Themen aus dem Bereich Webdesign und Webentwicklung.

Ein Kommentar

  1. Sebastian sagt:

    Ich kenn das Gefühl, obwohl ich kein Designer bin. Konzepter und Texter sind genauso schnell im selben „Trott“, welcher – wie Du ja selber sagst – alles andere als eine Katastrophe ist.

    Versuch es doch vielleicht mal mit „Kunden“ (Projekten) ohne kommerzielle Interessen (oder ohne Kohle) aber mit der Zielgruppe Deiner Wahl.

    Zum ausprobieren und austoben…

    Ich mach das gerade an meinen zwei Lieblingsfronten „Musik“ und „Fußball“ und es macht richtig viel Spaß!

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