Wer liest noch RSS-Feeds?

Twitter, Facebook und Co haben dem RSS-Feed die letzten Jahre mächtig Konkurrenz gemacht. Aber nachdem Social Networks immer mehr zu einem konstanten Rauschen geworden sind, genieße ich wieder die Stille beim Lesen im RSS-Reader.

Der Google Reader schließt seine Pforten und mit seinem Ende wird es immer unwahrscheinlicher, dass Dienste und Webseiten auch in Zukunft noch RSS-Feeds anbieten. Stattdessen verweisen viele Unternehmen auch heute schon auf ihre Social Media Aktivitäten. Und auch ich, der eigentlich ein Fan von RSS ist, habe mich dabei ertappt, wie ich den Link zum RSS-Feed wegrationalisierte, um Platz für ein ADN-Link zu machen (dank dem Hinweis von Marco werde ich den Schritt noch mal überdenken).

Nun will ich von mir nicht auf andere schließen. Aber wer es bei mir schafft, in den RSS-Reader aufgenommen zu werden, kann sich sicher sein, dass er auch gelesen wird. Was ich von Twitter nicht unbedingt behaupten würde. Twitter und auch ADN sind gut, um neue Inspirationen zu finden oder auf interessante Blogs aufmerksam zu werden, aber meine tägliche Portion Bildung ziehe ich vor allen Dingen aus den Artikeln in meinem RSS-Reader. Umso mehr hoffe ich, dass die vielen neuen Dienste rund um RSS nicht nur eine Modeerscheinung sind und die Nutzer auch tatsächlich zu gegebener Stunde bereit sind für einen solchen Service zu bezahlen.

Derzeit bin ich noch unentschlossen, ob ich der Masse folgen soll und zu feedly wechsele oder doch noch ein wenig auf die perfekte Lösung von meiner Lieblingsapp Reeder warte. Meine Google Reader-Daten sind auf jeden Fall schon gepackt (s.a. Beitrag von Michel), mal sehen wo die Reise hingehen wird.

Wie sieht es bei euch aus? Nutzt ihr noch RSS-Feeds? Welchen Stellenwert haben für euch die abonnierten Feeds im Vergleich zu Artikeln, die über Twitter und Co reinkommen?

Ich bin Steuermann bei Erdmann & Freunde, einem Netzwerk für Contao-Webworker, und schreibe hier über Themen aus dem Bereich Webdesign und Webentwicklung.

7 Kommentare

  1. Steffen sagt:

    Moin!

    Ich habe TinyTinyRSS installiert und lese dort gelegentlich per Android-App. Das ist mittlerweile ein echt guter Reader – der natürlich Stand-Alone ist und deswegen keine tollen Empfehlungen macht usw.

    Ich habe mir ein Addon im Firefox installiert, das mit wieder den RSS-Button in der Adress-Zeile anzeigt – Firefox erkennt die RSS-Links ja im Header der Seite und wenn ich den Button klicke, leitet mich Firefox auch automatisch an mein TinyTinyRSS weiter, wo das neue Abo dann nur 2-3 Klicks bedeutet.

    Für’s Ironblogging ist RSS unersetzlich – alternativ müsste jemand manuell die Blogs absurfen und gucken, ob gebloggt wurde.

    Und unmöglich wäre auch das automatische Posten Eurer Artikel bei https://twitter.com/kiel1337 – Aus den Links unter anderem wird dann http://paper.li/kaffeeringe/webmontag – Und das lese ich eigentlich ganz gerne.

    Das Problem ist auch nicht RSS als Format, sondern die Nutzung. Als Nutzer muss man mit einem RSS-Reader selbst seine Balance finden: Was sind die richtigen Feeds? Wo gibt es zu viel Infos? Was mach ich, wenn ich mal keine Zeit habe, die übliche Menge Artikel zu lesen? Fühle ich mich unter Druck gesetzt, wenn viele Artikel ungelesen markiert sind? RSS-Reader machen so ein ähnlich schlechtes Gefühl, wie ein schlecht organisiertes Mail-Postfach. Dabei sagt ja niemand, dass man das alles auch wirklich lesen muss und dass man etwas verpasst, wenn man einfach ab und zu „alles gelesen markieren“ klickt. Der Reader bietet aber die Chance, interessante Artikel zu finden, wenn man denn mal Zeit dafür hat. 😉

    RSS bietet eine Menge Möglichkeiten und es frisst kein Brot. RSS ist eher für den „Long-Tail“. Deswegen ergibt es keinen Sinn, würde man es tot sagen. Man weiß halt nicht, wann man es mal wieder braucht. 😉

  2. philipp sagt:

    Hey Dennis,

    ich bin vom Google Reader zu feedly gewechselt. warte auf den iOS Geräten, dass Reeder aktualisert wird, um auf feedly zugreifen zu können.

    Auch wenn es viel doppelt ist, aber ich nutze twitter (metroTwit) und RSS-Feeds, sowie Feacebook. (weniger Google+)

    schon ein wenig Overhead 😉

    Gruß
    Philipp

  3. JMK sagt:

    Ich zitiere mal Caschy, dessen Blog 30000 Abonnenten per Feed hat. RSS ist nicht tot, wie auf dem stand bleiben, bei über 200 Webseiten die ich verfolge? Per twitter oder FB ist das nicht möglich.

  4. Marco sagt:

    Moin,
    ich glaube nach wie vor an die RSS-Feeds. Sie werden nicht aussterben, aber auch nicht wirklich erfolgreicher werden. Die Gründe sind meiner Meinung nach:

    1. RSS-Feeds lassen sich sehr leicht erstellen und irgendwo einbinden. Technisch gesehen ist die Hürde der Benutzung also nicht gegeben.
    2. Diverse Dienste setzen auf die Feeds, um Daten von Webseiten auf anderen Webseiten anzuzeigen. Es gäbe bessere Möglichkeiten (z.B. JSON), nur ist dieses deutlich komplexer und nicht standardisiert von den Tags und zu übertragenden Informationen.
    3. Ich kann Artikel später lesen: Feeds haben den großen Vorteil, dass sie nicht höchstaktuell sein müssen. Gehe ich einen Tag nicht auf Twitter, Spiegel Online oder whatever, so finde ich die alten Nachrichten niemals wieder. Mit Feeds bin ich nicht gezwungen, tagtäglich Informationen abzugrasen. Ich kann selber entscheiden, was ich alles lesen möchte und wie ich es lesen möchte.

  5. Lennart sagt:

    Ich nutze mehr RSS denn je und kann dir nur zustimmen. Bei Facebook bin ich seit über einem Jahr raus, Google+ ist so lala und Twitter wird auch eher weniger als mehr.

    RaspberryPI + tiny tiny RSS (tt-rss) sind einfach nicht zu schlagen. Wüsste nicht, wie ich all die Podcasts und Blogs sonst unter einen Hut bekommen sollte (51 derzeit).

    liebe Grüße Lennart

  6. Michel sagt:

    Ich bin inzwischen recht froh, dass Reeder feedly unterstützt, da mir die iOS-App nach und nach weniger zusagte.

    (Danke für den Link, ich hoffe ich kann den anderen damit helfen :))

  7. logistik-profi sagt:

    Vielleicht es auch eine Frage der Zielgruppe.
    Ich glaube, dass RSS-Feeds für Erwachsene sind, die sich effizient informieren wollen.
    In meiner Surf-Evolution bin ich irgendwann auf RSS gestoßen und seit dem nutze ich es auch. Und weil es immer mehr Werbung auf anderen Kanälen gibt, steigt bei mir der Stellenwert von RSS-Feeds. Ich glaube nicht, dass ich der einzige Nutzer bin dem das so geht.

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