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Der Holzfäller, der keine Zeit hatte

Ein Mann geht im Wald spazieren. Nach einer Weile sieht er einen Holzfäller, der hastig und sehr angestrengt dabei ist, einen auf dem Boden liegenden Baumstamm zu zerteilen.

Er stöhnt und schwitzt und scheint viel Mühe mit seiner Arbeit zu haben. Der Spaziergänger geht etwas näher heran, um zu sehen warum die Arbeit so schwer ist. Schnell erkennt er den Grund und sagt zu dem Holzfäller:

„Guten Tag, ich sehe, daß Sie sich Ihre Arbeit unnötig schwer machen. Ihre Säge ist ja ganz stumpf, warum schärfen Sie sie denn nicht?“

Der Holzfäller schaut nicht einmal hoch, sondern zischt durch die Zähne:

„Dazu habe ich keine Zeit, ich muss doch sägen!“


Diese Geschichte habe ich vor vielen Jahren mal in einem meiner Ratgeber gelesen. Seitdem denke ich oft an sie.

Zum Beispiel, wenn ich mal wieder „nur noch diese 10 Minuten“ schnell das Problem lösen will und daraus dann 2,5 Stunden werden. Nur um am nächsten Tag die richtige Lösung dann wirklich innerhalb von 10 Minuten zu finden.

Oder wenn ich unter Zeitdruck versuche, so schnell wie möglich möglichst viel zu schaffen und dabei das große Ganze übersehe, was dazu führt, dass ich dann doch mehr Arbeit habe als gedacht.

Sie erinnert mich aber auch daran, dass ich vor lauter Säge schärfen, nicht die Arbeit vergessen sollte. Manchmal muss man auch einfach seine Aufgabe durchziehen und sich nicht ständig ablenken lassen.

Geschichte wiedergefunden bei mehrentspannung